Anette Anthoni

Anette Anthoni

Hinweis: Diese Seite ist nicht mehr aktuell, die angezeigte Autorin/der angezeigte Autor ist nicht mehr für den Verlag tätig.

Die in München aufgewachsene Autorin Anette Anthoni ist Radio- und Printjournalistin. Beim landesweiten Sender Antenne Bayern moderierte sie tagesaktuelle Magazine. Als Nachrichten-Chefin-vom-Dienst war sie Kopf und Stimme der morning-news. Ihre zweistündige Sendung Sonntags-Frühstück mit Prominenten aus Film, TV, Musik, Literatur und Wirtschaft erreichte jahrelang rund eine Million Hörer/Stunde. Sachbücher, Künstlerporträts in Magazinen oder amüsant-bissige Glossen in Zeitschriften – ein Allrounder ist Anette Anthoni auch als Autorin. Privat hat die Radio- und Printjournalistin einen ausgeprägten Hang zum Fernweh. Sie entdeckt Reiseziele gern auf eigene Faust.

Bei CONBOOK veröffentlicht

Alltag auf Mallorca

Alltag auf Mallorca

Auswandern, Leben und Arbeiten auf der Baleareninsel

(Titel ist nicht mehr lieferbar!)

Interview

Vollständiger Name: Anette Anthoni

Geboren: 1958 in Mannheim, aufgewachsen in München

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Schreiben war schon immer mein Lieblingsventil. Schon als Jugendliche beballerte ich Zeitschriften mit Artikeln und Glossen – jahrelang erfolglos, dann wurde meine erste Glosse bei der Cosmo gedruckt (Er lädt ein und sie zahlt drauf; weiß ich noch wie heute). Es folgten noch viele, aber auch ein Rundfunk-Volontariat und sehr spannende Jahre als Radio-Moderatorin und News-CvD. Geschrieben habe ich trotzdem weiter – in großem Stil vor allem während meines dreijährigen Mallorcaaufenthaltes. Ich mag es, mit Worten die Fantasie anzuregen oder selbst pure Info möglichst spannend zu vermitteln. Der Schritt vom Einseiter für Zeitschriften zum Buch lag da auf der Hand, aber passierte erst 2009.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Reisen - das sind für mich besondere, Kaleidoskopartige Momente fast wie Fotos: Momente in anderen Kulturen, in denen mich irgendetwas besonders berührt hat. Dies mögen die »Plüschkirchen« auf Gozo sein, die Schrecksekunde zwischen schmalen Felsenschneisen bei der Fahrt durch das Tal der Tausend Palmen auf Lanzarote oder die köstlich duftende, ofenwarme Brioche, die ich morgens um fünf einem Bäcker in den Gassen des südfranzösischen Grasse abgeschwatzt habe.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Ich wäre nicht traurig, wenn ich ihn noch (!) nicht kenne… Schöne Plätze kenne ich viele! Einer meiner Lieblingsorte ist sicher der Borne in Palma de Mallorca, von vorne gerahmt von zwei Sphinxen, seitlich von filigranen Patrizierhäusern. Wie oft sind meine Schritte auf dem grauen Steinboden widergehallt? Zigfach! Wie schön, in aller Ruhe auf einer der glänzenden Marmorbänke im Schatten hoher Platanen zu sitzen und seine Gedanken schweifen zu lassen! Und was für eine diebische Freude war es jedes Mal, wenn ich zuvor einen der kostenfreien Parkplätze ganz hinten an der Mole ergattert hatte.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Nicht erschrecken – an keiner! Ich reise gern allein und gern auf eigene Faust, aber niemals im Zelt und auch ganz sicher nie durch eine Wildnis. Insekten und ich sind nicht die besten Freunde… Aber der Camino würde mich reizen! Der berühmte Pilgerweg durch Spanien nach Santiago de Compostela. Zu Fuß und ohne viel Schnickschnack von Herberge zu Herberge.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Ich habe mich vor gut 15 Jahren leider bei meiner Indonesisch-Lehrerin unbeabsichtigt sehr daneben benommen; es ist mir noch heute peinlich. Monatelang hatte sie mir zwei Mal die Woche mit großer Geduld die »bahasa indonesia« beigebracht, in Vorbereitung auf meinen geplanten zweimonatigen Aufenthalt auf Bali. Zum Abschluss kochte sie mir ein traditionelles Abendessen. Die Gewürze waren mir derart fremd, dass sich mir unversehens der Magen drehte. Ich beleidigte durch meine Reaktion, ohne es zu wollen, sie und ihre Kochkunst – und ich verlor mein Gesicht. Ein Asiate hätte sich niemals hinreißen lassen, auch nur eine Miene zu verziehen.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Statt einer Erkenntnis würde ich lieber einen Gedanken teilen: Finden sie nicht auch, dass an Fernweh »zu leiden« eine eher genussvolle und süße Leidenschaft ist? Irgendwo erstmal nicht hin zu können, bringt einen schließlich nicht wirklich um. Bitter wird es dagegen, wenn sie reisen müssen; also gar nicht wirklich irgendwo hin oder von irgendwo weg wollen. In solchen Fällen setze ich auf Galgenhumor: »Wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann auf die Veränderung«, ist kein neuer Spruch, aber ein sehr hilfreicher, finde ich. Und nicht selten ertappte ich mich am Ende anfangs ungeliebter Reisen dabei, nach der Rückkehr prompt wieder genussvoll an Fernweh »zu leiden«…

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Keine Ahnung! Ich bin eher ein Gegenwarts-Typ. Aber spannend wäre sicher, in noch existierende Großstädte wie New York oder Paris zu reisen und zu entdecken, was Weniges vom ehemaligen Flair noch existiert und was an Neuem hinzukam.