Eva Ehley

Eva Ehley

Eva Ehley, geboren in Berlin, war so unvorsichtig, einen Mann zu heiraten, der als Kind sämtliche Sandburgen auf Sylt gebaut hat - nun ist auch sie vom Sylt-Fieber infiziert. Inzwischen hat Eva Ehley mit Mann und Söhnen selbst viele Sommer auf der Insel verbracht. Sie hat den Blick der »echten« Sylter auf ihre Insel ebenso kennenlernen dürfen wie die Schattenseiten des Promi-Tourismus. Sie hat mit dem Buggy, in dem ihr Jüngster saß, versehentlich Karl Lagerfeld vom Bohlenweg gestoßen und Jahre später ihren pubertierenden Söhnen die Ohren zugehalten, wenn selbstgefällige Lebensweisheiten wie »Die erste Million ist immer die schwerste« in der Kampener Whiskymeile zum Besten gegeben wurden.

Irgendwann gewann ihre kriminelle Fantasie die Oberhand. Seitdem lässt sie regelmäßig auf Sylt morden. Ihre ausgesprochen erfolgreiche Krimireihe um den versoffenen Promi-Journalisten Fred Hübner (Fischer Taschenbuch Verlag) ist Kult – und das nicht nur auf Sylt.

Bisher veröffentlicht

Sylt

Sylt

Sturmflut im Champagnerglas - ein Heimatbuch

Interview

Vollständiger Name: Eva Ehley

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Den Switch im Kopf. Man bleibt doch immer man selbst - nur in anderer Umgebung. Denkt man. (Frau natürlich auch.) Ist aber nicht so. Spätestens nach einigen Tagen in der Fremde verändert sich jeder. Redet anders. Schläft mehr - oder gar nicht mehr, weil alles so aufregend ist. Und nach zwei Wochen will man im besten Fall nicht mehr weg. Oder zumindest ganz bald wiederkommen. Wenn man nicht zufällig mehrere Millionen geerbt hat, hilft dagegen nur eines: Bücher schreiben, die an interessanten Orten spielen. Dann kann man die Spesen von der Steuer absetzen.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Jeder, der eine Grundtemperatur von über 20 Grad aufweist, vor Regen schützt und einen grandiosen Fernblick in Kombination mit der Abstellmöglichkeit für ein kühles Glas Weißwein bietet. Solche Orte lassen sich insbesondere auf Inseln sehr gut entdecken: Capri, Sylt, Mallorca und die Florida Keys kann ich wärmstens empfehlen.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Schwierige Frage. Ich hasse das Zelten und dusche gern lange und regelmäßig. Und zwar nicht im Regenwald unterm Wasserfall. Außerdem liebe ich meine elektrische Zahnbürste. Gegen Mückenstiche bin ich allergisch und bei Kälte bekomme ich schlechte Laune. Nordpol und Regenwald fallen also aus. Mittelmeer ginge. Ist alles schon entdeckt? Kann doch nicht sein! Wie wäre es mit einer Segelyacht-Expedition rund um Sardinien? Ich liebe den Aufenthalt auf Schiffen, vielleicht weil sie Inseln so sehr gleichen. Und Sardinien kenne ich noch nicht.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Es gibt keine kulturellen Missverständnisse. Die Spanier kommen wirklich immer zu spät, die Franzosen essen wie die Schweine, die Italiener jammern ständig rum, die Skandinavier sind maulfaul, die Amis oberflächlich und die Engländer extrem eingebildet - worauf auch immer. Fehlt noch jemand? Ach ja, die Deutschen. Die können vor lauter moralischer Überheblichkeit kaum noch über den Tellerrand gucken. War doch so, oder?

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Unbedingt! Am liebsten gleich mehrere. Selbst bei größter Vorsicht im Umgang mit der Wahrheit lässt es sich manchmal nicht vermeiden, dass ich etwas bemerke, was mir überhaupt nicht in den Kram passt. Zum Beispiel: »Morgenstund' hat Gold im Mund.« Klar schafft man mehr, wenn man früh aufsteht, aber ich würde mich lieber nochmal im Bett umdrehen. Noch schlimmer ist: »Ordnung ist das halbe Leben.« Schönen Dank auch für das Angebot, ich hätte trotzdem gern die andere Hälfte. - Also, falls mir jemand diese beiden Erkenntnisse freundlicherweise abnehmen würde, sehr gern! Ich wollte sie immer schon mal loswerden.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Völlig klar: Ich werde reich und berühmt, wie wir alle später mal. Und wenn ich richtig alt geworden bin, was hoffentlich noch ziemlich lange dauert, kaufe ich mir einen goldenen Krückstock, mit dem ich alle Kritiker verprügeln kann, die meine Bücher nicht mögen.
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