Holger Hommel

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Holger Hommel

Holger Hommel, Jahrgang 1960, hat so ziemlich alle Länder dieser Erde bereist, will aber nicht von sich behaupten, die Welt auch wirklich zu begreifen. Obwohl oder gerade weil er so manches nicht versteht, bricht er mit großer Begeisterung immer wieder auf, lässt sich in fremde Welten fallen und schreibt darüber. Das Reisen ist sein Ecstacy, die Neugier sein Antrieb, das Schreiben seine Sortiertherapie.

Vielen gilt er als Asienexperte. Ihn selbst begleiten die Zweifel auch in den Fernen Osten. Seiner Sehnsucht nach dem geliebten Kontinent tut dies allerdings keinen Abbruch. Asien ist seine Leidenschaft.

Vergisst ein Schwabe über diese Passion hinweg aber seine Heimat? Nein, im Gegenteil: Hommel nutzt die geographische Distanz sogar zur liebevollen Betrachtung seines Ursprungs, denn nur, wer seine Wurzeln kennt, wird auch die Quellen anderer Kulturen entdecken.

Bisher veröffentlicht

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Witwentröster und lila Pudel

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Interview

Vollständiger Name: Holger Hommel

Geboren: 1960 in Salzgitter Bad

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Ob ich das so genau erklären kann? Vielleicht, weil ich bisher so viel geredet, erklärt, beschrieben, erläutert und gesprochen habe, dass ich nun den Anteil des Schweigens etwas erhöhen möchte. Beim Erlernen des Schweigens hilft das Schreiben, und wer das Schreiben erst einmal entdeckt hat, kann nicht mehr davon lassen.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Nun, ich war und bin auch noch Reiseleiter, Schiffslektor, Vortragsreisender, Tourmanager, Expeditionsleiter, Hoteltester, Eventorganisator – und immer bekam ich Lohn, Honorar, Bezahlung für meine Reisen. Reisen sind somit für mich immer 'lohnenswert'. Was das Reisen für mich wirklich bedeutet? Darüber habe ich ein ganzes Buch geschrieben.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Den schönsten Platz auf Erden gibt es nicht und wenn es ihn gäbe, wäre es ganz furchtbar. Man würde dort riesige Hotels bauen, und jeden Tag würden hunderte von Kreuzfahrtschiffen mit tausenden Passagieren den »schönsten Platz auf der Welt« überfluten. Und diesen Ort damit spätestens nach einer Weile zum hässlichsten Platz der Welt machen. Man würde ein Disneyland bauen, Kerner und Lanz würden mit Sarahs Wiener eine Würstchenshow präsentieren, und Wetten, dass Thomas Gottschalk genau dort seine Sommerparty schmeißen. Kai Ebel würde Michael Schumacher live in der schönsten Boxengasse der Welt interviewen, Lothar Matthäus die Siege des FC Bayern kommentieren, im schlimmsten Fall auf Englisch, und die Sonne würde immer scheinen. Nein, es ist gut, dass es keinen schönsten Platz auf Erden gibt. Dem Herrgott sei Dank. Selbst für den Regen.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Ich habe in diesem Bereich leider das »Nein« noch nicht erlernt. Ich reise gern, und man muss nur ein Ziel in Aussicht stellen, und ich sage zu. Nah oder fern, kurz oder lang, spartanisch oder luxuriös, in eine Region, die mir sehr vertraut ist oder irgendwo hin, wo ich noch nie war – ganz egal, ich will immer gerne teilnehmen.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Ich habe fast jeden Teil der Welt bereist, verstehe ich deswegen alles? Mitnichten! Und je mehr ich sehe, desto weniger verstehe ich. Reisen, lesen und schreiben sind der Versuch zu verstehen und enden oft im Nicht-Verstehen. Wir Menschen werden auch auf unserer letzten Reise versuchen zu verstehen. Ob es gelingt, steht in den Sternen.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Ich belade meine Texte mit Zitaten von klugen Menschen, weil ich glaube, dass die es besser verstehen als ich. Von den vielen Klugen ist mir einer besonders wichtig: Kurt Tucholsky. Sein Essay Die Kunst, falsch zu reisen aus dem Jahr 1927 ist einfach zeitlos, ebenso mein Lieblingszitat: Umwege erweitern die Ortskenntnis. So viel Weisheit in einem so kurzen Sätzchen.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Ich halte Wahrsagerei für Humbug!
Ich gehe Wahrsagern aus dem Weg!
Ist das ein Widerspruch?
Ich weiß nicht, wohin meine Reise geht – und das ist auch gut so!

Weitere Informationen

Holger Hommel beim rbb

Holger Hommel berichtet in der rbb-Radiosendung "Zwei auf EINS" über seine Erfahrungen mit japanischen Sauerstoffbars.