Katrin Koll Prakoonwit

Katrin Koll Prakoonwit

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Katrin Koll Prakoonwit, Jahrgang 1974, lebt in Reading, Berkshire, rund 60 km westlich von London. Nachdem sie bei einer Tochtergesellschaft der FAZ zur Redakteurin ausgebildet wurde und dort anschließend Länderanalysen schrieb, zog es die Diplom-Kulturwirtin 2002 nach München, wo sie sich als Journalistin selbstständig machte. Parallel dazu studierte sie Arbeits- und Organisationspsychologie, um ihr Themenspektrum zu erweitern. Seither arbeitet sie für Publikationen verschiedener Beratungsunternehmen und Verlage. Daneben stellt sie sich seit 2007 den kleinen wie großen Herausforderungen des Familienalltags in England.

Bei CONBOOK veröffentlicht

Alltag in Großbritannien

Alltag in Großbritannien

Leben und arbeiten in England, Schottland und Wales

(Titel ist nicht mehr lieferbar!)

Interview

Vollständiger Name: Katrin Koll Prakoonwit

Geboren: 1974, Frankfurt am Main

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Ich bin nach und nach immer tiefer in das vielseitige Berufsfeld Journalismus hineingerutscht: Von der Studentenzeitung ins Volontariat und später in die Freiberuflichkeit als Redakteurin, Journalistin und Autorin. Mir gefällt es, oft über Monate hinweg interessante Informationen zu sammeln, gedanklich zu Themen zu bündeln, und sie schließlich in Form eines spannenden Artikels oder eines informativen Ratgebers auf leserfreundliche, unterhaltsame Weise an andere weiterzugeben. Ich bezeichne das gerne als »Veredelungsprozess«.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Es mag zwar etwas abgedroschen klingen, aber Reisen erweitert den persönlichen Horizont. Man taucht in ein fremdes Umfeld ein und wird automatisch aufmerksamer. Daher sieht man in anderen Gefilden auch mehr als zu Hause – in jeglicher Hinsicht. Fast jeder fühlt sich unterwegs freier und lebendiger, zeigt sich flexibler und spontaner. Leider hält dies nach der Rückkehr ins Alltagsleben nur bedingt an. Daher empfehlen sich viele Reisen.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Da stehen sicherlich diverse Traumstrände und Plätze mit phänomenaler Aussicht zur Auswahl. Aber mir geht auch jedes Mal das Herz auf, wenn ich unter dem blauen Münchner Himmel die Leopoldstraße/Ludwigstraße entlang auf den Odeonsplatz zulaufe.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Ich habe viel über die ersten Missionare gehört, die in die damals noch völlig unerschlossenen Gebiete Indonesiens vorgedrungen sind. Ihre Erfahrungs- und Forschungsberichte finde ich absolut faszinierend. Aber ich wäre nicht unbedingt gerne selbst dabei gewesen. Mir hätte für diese Entdeckungsreisen durch den indonesischen Dschungel der Mut – oder auch der Glaube – gefehlt. Das gebe ich gerne offen zu.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Ein Missverständnis, das mir gezeigt hat, wie ahnungslos man doch in eine entsprechende Situation geraten kann, ist mir vor langer Zeit in Hongkong passiert. Dort ging ich während eines Praktikums jeden Tag mit meinen sehr netten chinesischen Kolleginnen zum Mittagessen in ein Restaurant. Wie alle nahm ich meine Handtasche mit und nutzte diese »Ausgänge« auch, um zur Toilette zu gehen. Nach einigen Wochen platzte es aus einer Kollegin heraus, ob ich denn immer noch Angst hätte, dass sie mich alle beklauen würden?

Mir war nicht aufgefallen, dass alle zwar mit der Handtasche das Büro verließen, aber immer nur mit einem kleinen Schminktäschchen bewaffnet auf Toilette gingen. Die Handtasche blieb bei den anderen am Tisch. Alle Erklärungen, warum ich meine Handtasche überall hin mitnahm, halfen nichts. Schließlich schüttete ich den Inhalt meiner Handtasche aus: Alle Schminksachen und dergleichen lagen lose umher. Meine Kollegin leerte ihren Tascheninhalt daneben aus: Bei ihr war alles ordentlich in verschiedene "Hello-Kitty-Beutel verpackt. Dann konnten wir zum Glück über dieses unglaublich große Missverständnis lachen und kauften mir auf dem Rückweg auch ein rosa Schminktäschchen.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Seit ich in England lebe, fühle ich mich auch gerne mal typisch deutsch. Ich weiß meine Herkunft, meine kulturelle Prägung und meine Denk- und Handelsweisen mehr zu schätzen. Das war als Deutsche in Deutschland oder als Deutsche im Urlaub nicht immer so.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Keine Ahnung. Aber ich schmiede sehr gerne schillernde Reise- wie auch Zukunftspläne, auch wenn sich letztlich nur ein Bruchteil davon realisiert. Hauptsache, ich bin gedanklich schon mal unterwegs.

Weitere Informationen

Aktuelle Kuriositäten aus dem Vereinigten Königreich finden Sie im Blog der Autorin

http://grossbritannien.alltag-in.de

Als verantwortliche Redakteurin des Bereichs "culture info" beschäftigt sich die Autorin mit kulturellen Unterschieden im internationalen Geschäftsleben.

www.crossculture-academy.com