Mia Pittroff

Mia Pittroff

Mia Pittroff, geboren in einer lauen Aprilnacht 1980, wuchs an der Autobahnausfahrt Nord im oberfränkischen Bayreuth auf. Ob der erhöhte Kohlenmonoxidgehalt ihrer Kindheit Einfluss auf ihre Karriere als Mundartautorin, Poetry Slammerin und Kabarettistin hatte, ist bis dato ungeklärt. Seit 2010 tourt die studierte Germanistin und Kunsthistorikerin mit ihrem Soloprogramm Mein Laminat, die Sabine und ich über deutschsprachige Kabarett- und Fernsehbühnen, schreibt als freie Autorin für den Bayerischen Rundfunk und trägt Gedichte auf 60sten Geburtstagen vor. Mia Pittroff lebt derzeit in Berlin.

Bei CONBOOK veröffentlicht

Franken

Franken

"Mia san mia" sind die anderen

Interview

Vollständiger Name: Mia Pittroff

Geboren: 1980 in Bayreuth

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Als Kind startete ich erste Schreibversuche auf der ausrangierten Schreibmaschine meiner Eltern, wobei mein Interesse hier doch eher mechanischer als künstlerischer Art war. Bis zum Studium gestattete ich mir eine kreative Schaffenspause. Anfang zwanzig entdeckte ich dann den Poetry Slam für mich. In der Gegend herumzufahren und abends auf Bühnen seine eigenen Texte vorzulesen – perfekt! Neben meinem Germanistik-Studium slamte ich also ziemlich viel in der Gegend rum, begann zeitgleich meine ersten kabarettistischen Gehversuche mit einem Musikkabarettduo und arbeitete als freie Autorin für den Bayerischen Rundfunk. Irgendwann war mir dann klar, dass ich mit und vom Schreiben und auf der Bühne stehen leben möchte. Ja, und demnächst will ich mal auf dem Dachboden meiner Eltern schauen, ob es diese Schreibmaschine eigentlich noch gibt.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Klingt nach 80er-Jahren und vielleicht etwas esoterisch, aber Reisen hat für mich nach wie vor immer mit Horizonterweiterung zu tun. Immer wieder Grenzen zu überschreiten, nicht zuletzt die eigenen, das ist das tolle am Reisen.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Gibt's da nicht ein Lied mit einer Theke? Als Kabarettistin bin ich ja das halbe Jahr unterwegs und an verschiedensten Orten ... so manchen nicht so schönen Platz hab ich mir tatsächlich auch schon mal schön getrunken ... aber vor kurzem war ich zum ersten Mal im Hundsrück und total überrascht und begeistert von Landschaft und Menschen. Außerdem entdecke ich gerade Mecklenburg-Vorpommern. Sehr beeindruckt hat mich aber auch Vancouver ... auf der einen Seite das Meer, auf der anderen gleich die Berge – und dazwischen lauter freundliche und aufgeschlossene Menschen, das fasziniert mich immer wieder.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Halt ganz klassisch zum Südpol, keine Frage.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Vor ein paar Jahren nahm ich an einer mehrtägigen, geführten Wanderung durch den thailändischen Dschungel teil. Unser Guide war ein kleiner Mann, der seit Jahren tagtäglich Menschen aus aller Welt durch diese wunderschöne Gegend führt, der mit dieser wilden und faszinierenden Gegend irgendwie verwachsen zu sein schien und für den man sich kein anderes Leben und keinen anderen Ort vorstellen konnte. Am zweiten Abend saß ich mit ihm in einem Bergdorf vor einer Hütte. Es war Vollmond und der ganze Dschungel leuchtete blau, weiß und tiefschwarz. In dem Moment dachte ich mir, nie etwas Schöneres gesehen zu haben und überlegte, ob es nicht möglich wäre, einfach für immer hier zu bleiben. Im gleichen Moment erzählte mir der Mann, der für mich so zu dieser Landschaft gehörte wie die Landschaft zu ihm, dass er nächsten Monat – endlich! – nach Deutschland auswandern würde, er hätte einen Job bei einem Verwandten in einer Firma in der Nähe von Fulda und ich solle ihm doch bitte etwas über Fulda erzählen, er könne es kaum erwarten dahinzugehen.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Dass es sich immer lohnt, vermeintliche Nebenschauplätze zu entdecken und sich auf scheinbar unspektakuläre Orte einzulassen. Klingt nach Yogi, is aber so.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Schreiben ist ja auch irgendwie Kopfreisen. Das will ich auf jeden Fall weitermachen und vielleicht noch ein paar abgelegene Hinregionen erkunden. Ganz konkret geht's demnächst mit der Aida nach Südamerika. Auf dem Schiff gibt es ja auch eine Theaterbühne und da spiele ich an ein paar Abenden mein Programm.

Weitere Informationen

Alle News uns Termine rund um Mia Pittroff und ihr laufendes Bühnenprogramm

www.kultus-agentur.de/miapittroff.html