Sabine Barth

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Sabine Barth

Sabine Barth wuchs in Köln auf und studierte dort Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik, Sozialpsychologie und Völkerkunde.

Als Schauspiel-Dramaturgin arbeitete sie an den Wuppertaler Bühnen und dem Saarländischen Staatstheater. Anschließend war sie hauptsächlich journalistisch tätig, als leitende Redakteurin der Zeitschrift NRW literarisch sowie später in gleicher Funktion für das  Magazin foglio. Außerdem verfasste sie Feature und Literaturkritiken für den Rundfunk.

Beeindruckt von Island und Grönland schrieb sie mehrere Reiseführer über diese Länder, die sie erstmals in den 1980er-Jahren bereiste. In Reykjavík lebte sie zwei Jahre und leitete dort das ehemalige Goethe Zentrum. Seit 2003 arbeitet sie regelmäßig als Lektorin auf Kreuzfahrtschiffen, die den Norden befahren.

Bisher veröffentlicht

Island 151

Island 151

Portrait einer brodelnden Insel in 151 Momentaufnahmen

Interview

Name

Sabine Barth

Geburtsort

Troisdorf (NRW)

Warum sind Sie Autorin geworden?

Zufall und Absicht. Die Absicht bezog sich auf zwei Titelvorschläge, die ich einreichte. Ein Vorschlag war so interessant (Grönland), dass wir ins Gespräch kamen, aber dann gab es noch einen alten Vertrag – und schon war ich nur die Ergänzungsautorin. Wenig später wurde ich eine »richtige« Autorin für einen Island-Band, und das war der Beginn meines Longsellers. Weitere Titel folgten über Island und Grönland. Außerdem habe ich etliche Rundfunk-Feature geschrieben. Aber die einfache Antwort ist: Schreiben macht Spaß und bringt auch Geld.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

»Das ist ein weites Feld«. Ich reise nicht an sich – meistens nicht, auf Schiffen ist es etwas anders. Ich reise an einen Ort, das können eine Stadt, ein Land, eine Landschaft etc. sein, entsprechend unterschiedlich ist das, was lohnenswert ist. Mal ist es die Kultur, dann die Weite, die Einsamkeit, vor allem aber die Veränderung des Ortes, da ein Teil von mir zurückbleibt. Unterwegs fühle ich mich befreiter – vielleicht auch freier – und das ist für mich lohnenswert. Dass ich mich bilden kann, schöne Dinge sehe und erlebe, interessante Begegnung habe, ist selbstverständlich.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Aktuell gibt es mehrere Plätze: Zum einen auf einem Schiff und nichts als Wasser um einen herum, bis zum Horizont, zum anderen in einem Boot in der Nähe von Eisbergen und die Formen und Farben genießen. Ein weiterer Platz ist im isländischen Hochland, nichts als Schotter, Berge und Stille. Der letzte Platz ist im Flugzeug über den Wolken oder über dem Meer.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Knud Rasmussens Thule Expeditionen, sofern ich die notwendigen Fähigkeiten – Sprache, Hundeschlittenführen, Jagd, Fellverarbeitung – besessen hätte. Oder mit Nobile und Amundsen im Luftschiff über den Nordpol, das wäre sicher sehr amüsant gewesen, diese beiden Männer zu beobachten.

An einer Hundeschlittentour von Grönland nach Kanada und weiter nach Alaska und Tschukotka würde ich gern teilnehmen.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Bisher habe ich das nicht erlebt. Ich fühle mich als Gast in den Ländern, nehme mich zurück und beobachte so genau wie möglich die Menschen und ihr Verhalten. Vermutlich, weil ich eine »sozialkompatible Frau« bin. ;-)

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Die erste Erkenntnis: Nicht alles durch die eurozentristische Brille zu betrachten und entsprechend zu bewerten.

Die zweite Erkenntnis: Vor einem waren schon Reisende in dem Land und einige haben auch ihre Eindrücke beschrieben, z. B. Ida Pfeiffer im 19. Jahrhundert in Island, kurz, wir sind alle Wiederholungsreisende.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Wohin die Lust, die Laune, der Wind, der Zufall und meine Bücher mich tragen.