David Frogier de Ponlevoy

David Frogier de Ponlevoy

David Frogier de Ponlevoy hat von 2006 bis 2014 in Vietnam als Journalistenausbilder, PR-Berater, Moderator, Stadtführer und Publizist gearbeitet. In diesen acht Jahren hat er unter anderem mit 30 anderen Passanten an einer (sehr kleinen) Bushaltestelle vor einem Hagelsturm Zuflucht gesucht, ist gemeinsam mit dem nationalen Opernensemble aufgetreten, hat zwei deutschen Außenministern den Literaturtempel gezeigt, auf einem abgelegenen Markt Blutegelschutzstrümpfe gekauft und um 4 Uhr morgens mit Einheimischen am Rande des Urwalds die Fußball-WM im Fernsehen verfolgt, bis der Strom ausfiel. Seit seiner Rückkehr arbeitet er in Darmstadt als Redakteur und fragt sich manchmal, wie viel davon er nur geträumt hat.

Bei CONBOOK veröffentlicht

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Interview

Vollständiger Name: David Albert Frogier de Ponlevoy

Geboren: 1976 in Karlsruhe (aufgewachsen in Worms)

Warum sind Sie Autor geworden?

Bereits im Kindergarten habe ich wunderschöne Bildergeschichten gemalt mit Texten wie Die Tiarä auf dehm Wassa und tsu Lant. Einige Jahrzehnte später stellt sich kurioserweise heraus, dass ich überhaupt nicht malen kann, aber möglicherweise ein Faible fürs Schreiben habe. Außerdem, seien wir ehrlich: Jeder Journalist träumt davon, etwas zu hinterlassen, mit dem nicht am nächsten Tag schon wieder Fisch eingewickelt wird.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Bis vor kurzem hätte ich hier vermutlich etwas geantwortet über »Ruhe«, »Selbstfindung« und »das Abenteuer des Fremden«. Seit ich eine kleine Tochter habe, ist in meinem Leben sehr wenig Ruhe und Selbstfindung, dafür lohnen sich auf Reisen Sandkästen, Spielplätze und grüne Wiesen. Deutschland ist ein wunderbares Reiseland. Es hat sehr viele Sandkästen, Spielplätze und für mich mittlerweile auch genug Abenteuer des Fremden.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Ich erinnere mich, einmal das pure Glück empfunden zu haben, als ich an einer belebten und lauten Pariser Straßenkreuzung auf einer Bank saß und Baguette aus einer Papiertüte gegessen habe. Seitdem bin ich der festen Überzeugung, dass »der schönste Platz der Welt« sehr viel mit dem eigenen Gemütszustand und sehr viel weniger mit dem Platz zu tun hat. (Allerdings räume ich ein, dass es dem Gemütszustand sehr auf die Sprünge helfen kann, in Laos auf einem Berg zu sitzen und in den Sonnenuntergang zu schauen.)

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Ich habe als Kind Stunden vor einem Bildband mit dem Titel Die Reisen großer Entdecker verbracht (das war, als ich bereits wusste, dass »Tiere« nicht »Tiarä« geschrieben wird), insofern müsste meine Antwort hier wohl lauten »an allen«. Irgendwann allerdings möchte ich noch einmal gerne zum Südpol fahren. Es kann dort einfach nicht kälter sein als Hanoi im Januar.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Dass mir in meiner Jugend ein Brite in London beibringen musste, wie man Schlange steht. (Er tat dies, indem er mir die Faust vor die Brust knallte, als ich mich an ihm vorbeischieben wollte.) Mittlerweile habe ich allerdings festgestellt, dass es Orte auf der Welt gibt, in denen die Menschen noch weniger wissen, was eine Schlange ist, als in Deutschland. Insofern bin ich halbwegs mit mir versöhnt.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Vermutlich auf sehr viele Spielplätze und Sandkästen (von denen es in Hanoi einfach zu wenige gibt).

Weitere Informationen

Vietnam-Blog von David Frogier de Ponlevoy

www.ngungon.de