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"Äußerst amüsant zu lesen und zudem sehr informativ." (Elke Sturmhoebel, FAZ.net, 1. September 2011)

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Anja Obst

Irgendwas mit Sprachen wollte Anja Obst, 1967 in Lübeck geboren, machen. Sie war nicht wählerisch und studierte, ganz unbedarft, das Erstbeste, was sich ergab: Wirtschaftssinologie. Das Studium und später die Arbeit führte sie nach China, seit 1998 lebt sie nun in der sich ständig wandelnden Hauptstadt Peking.

Sie stolperte noch auf ein paar Umwegen herum, arbeitete halbtags für die ARD, machte sich nebenbei mit einer Wirtschaftsberatung selbständig, bis sie endlich den Mut fand, ihrem Herzen zu folgen und sich der brotlosen Kunst des Schreibens hinzugeben. Sie sattelte um zur Journalistin und begann, für Tageszeitungen und Magazine zu schreiben.

Seit 2009 ist sie Chinakorrespondentin für den FOCUS.

Kurzinterview

Vollständiger Name: Anja Obst

Geboren: 1967 in Lübeck

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Zu sagen, dass ich als Kind schon immer gerne geschrieben und mir Geschichten ausgedacht habe, klingt zwar albern, entspricht aber der Wahrheit. Nach einem beruflichen Exkurs in die Wirtschaft, bin ich dann endlich beim Schreiben gelandet, als Journalistin und Autorin. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Meinem Motto entspricht das Bild von Carl Spitzweg 'Der arme Poet', denn ich sitze lieber in einer kalten, tropfenden Wohnung mit einem Stift und Papier in der Hand, als einem Beruf nachzugehen, an dem nicht mein Herzblut hängt, auch wenn sich mein Konto darüber freut.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Reisen bildet. Fremde Orte, fremde Menschen, fremde Kulturen, all das ist spannend und gleichzeitig entspannend. Die Welt ist so groß und schön, ein Jammer, dass ich nur einen Bruchteil davon kennenlernen werde. Während ich unterwegs bin, lerne ich auch ein anderes Selbst kennen. Neue Situationen erfordern ein über sich Hinauswachsen und eine Flexibilität, die im Alltag oft nicht notwendig ist. Und manchmal ist es einfach auch nur schön, mit einem guten Buch am Strand zu liegen.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Der schönste Platz ist der, an dem ich mich wohlfühle. Das kann überall und jederzeit sein. Und ich bin froh, dass es so ist, sonst säße ich ja immer nur an einem Fleck.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Ich wäre gerne mit Phileas Fogg zusammen in seinem Heißluftballon 'in 80 Tagen um die Welt' geflogen. Allerdings hätte ich versucht, die Reisedauer zu verlängern...

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

An mit nagt eher, dass es immer noch so viele kulturelle Missverständnisse gibt. Manchmal fällt es mir nicht leicht, offen und flexibel den komischsten Traditionen gegenüber zu sein, aber es wäre schön, wenn sich alle mehr Mühe gäben, dies zu ändern.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Loswerden ist das falsche Wort, aber eine Erkenntnis, die ich versuche, zu befolgen, ist, mir selbst treu zu bleiben."

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Auf jeden Fall nach vorne! Ziele verändern sich auch, entweder, weil ich eins erreicht habe und nun ein neues vor mir liegt, oder sich durch neue Lebensumstände andere ergeben. Und so lange ich der o.g. Erkenntnis folge, können zukünftige Entscheidungen nicht so falsch sein.