Andrea Kother

(© Alain Bouteraon)

Andrea Kother, Jahrgang 1967, lebt seit über 18 Jahren in Frankreich. Nachdem sie in Saarbrücken und Metz »Deutsch-Französische Grenzüberschreitende Studien« studiert hatte, blieb sie beim Grenzüberschreiten und zog nach Nancy in Lothringen. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Radio und arbeitete für Radio France und für den Deutschlandfunk. Nebenbei betätigte sie sich als Reiseleiterin. 1999 war sie Mitgründerin einer Videoproduktionsfirma, die auf Filme für Unternehmen und Forschungszentren spezialisiert ist. Über zehn Jahre lang begegnete sie als Redakteurin Land und Leuten und lernte dabei die unterschiedlichsten Milieus und Gegenden Frankreichs kennen.

Heute pendelt sie zwischen Paris und Nancy und arbeitet hauptberuflich als Deutsch-Lektorin an der Universität Nancy. Im Moment versucht sie, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten, und lernt Akkordeon.

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Bei CONBOOK erschienen

Interview

Vollständiger Name: Andrea Kother

Geboren: 1967 in Böblingen

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Es hat mir schon immer Spaß gemacht, über Frankreich zu berichten, einfach auch weil ich meinen Landsleuten dieses Land gerne näher bringen will. Je besser man den anderen kennt, umso weniger Missverständnisse und Vorurteile entstehen.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Eigentlich hat mich mein Vater zum Reisen gebracht. Er ist sehr neugierig, und als ich klein war, fuhren wir jedes Jahr in ein anderes Land in den Urlaub. Ich habe damals gelernt, wie bereichernd es sein kann, andere Länder und Menschen kennenzulernen. Ich bin meinem Vater dafür sehr dankbar, denn ich denke, dass das frühe Reisen dazu beigetragen hat, aus mir einen für neue Dinge offenen Menschen zu machen, der keine Angst vor dem Fremden hat.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Schwer zu sagen, es gibt viele Orte, die ich gerne mag. Z. B. ein einsamer Bergsee in den Pyrenäen, wo die Natur einfach grandios ist und eine unglaubliche Ruhe herrscht. Oder das Jugendstilmuseum in Nancy, abends, kurz bevor es schließt. Dann sind all die wunderbaren Jugendstillampen angeschaltet und man hat den Eindruck, inmitten der Vergangenheit zu leben.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Ich bin kein Abenteuertyp und waghalsige Expeditionen sind nichts für mich. Aber es wäre einfach wunderbar gewesen, dabei zu sein, als die Höhlenmalereinen der Grotten von Lascaux entdeckt wurden – wenn man plötzlich vor Kunstwerken steht, die 18.000 Jahre alt sind und uns ein ganz anderes Verständnis von dem Menschen von damals geben.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Eher ein kulturelles Unverständnis: Häufig werde ich von Franzosen gefragt, was denn in Deutschland an Heiligabend gegessen würde. Wenn ich von Kartoffelsalat und Würstchen berichte, stößt das systematisch auf Unverständnis. Erklären hilft da auch nicht, man wird einfach als kulinarischer Banause abgestempelt.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Ich finde, jeder sollte in möglichst jungen Jahren in eine andere Kultur eintauchen. Das fördert die Toleranz und das Verständnis für andere.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Ich liebe Afrika. Ich würde gerne mal wieder nach Afrika reisen, denn dort ist alles so ganz anders als bei uns, auch die Geräusche und Gerüche. Aber ich mag nicht als Touristin nach Afrika, es müsste sich also z. B. beruflich etwas ergeben.

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© istockphoto.com/Alan Tobey

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»Zeit als Ziel«-Autor Oliver Lück liest am 6. September 2019 um 19 und 20 Uhr beim NORDEN Festival in Schleswig.

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