Anne Steinbach

Dass das mit dem Studium in International Business eine Schnapsidee war, merkte Anne Steinbach spätestens, als alle in einem Konzern ein Praktikum machten und sie ihren Backpack packte und für drei Monate an die Elfenbeinküste ging. Sie setzte hinter der BWL einen imaginären Haken und studierte Journalismus. Das Studium und die folgenden Jobs ließen sie nicht nur in die verschiedensten Pressebereiche schnuppern, sondern auch in sieben verschiedenen Ländern leben. Und auch sonst packte sie ihren Backpack nie wieder aus und musste ihre Scratchmap über 60-mal aus dem Bilderrahmen entfernen.

Seit drei Jahren ist Anne als freiberufliche Journalistin tätig, schreibt für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, arbeitete für RadioBerlin und gibt regelmäßig in mehreren Zeitschriften, Online-Publikationen und Büchern ihren Senf dazu.

2017 gründete sie zusammen mit Clemens Sehi den Reiseblog travellersarchive.de und schuf sich damit eine Plattform für jene Geschichten, denen sie in missverstandenen Ländern dieser Welt lauscht. Der Blog hat es längst in die internationale Presse geschafft und ist bekannt für außergewöhnliche Destinationen, die polarisieren, wie Libanon, Senegal, Iran, Irak oder die Türkei. Bis heute folgt Anne weder Reisetrends noch Instagram-Postings, sondern vertraut auf all ihren Trips dem besten Partner: ihrem Bauchgefühl.

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Bei CONBOOK erschienen

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Interview

Vollständiger Name: Anne Steinbach

Geburtsjahr und Geburtsort: 1990 in Wolgast

Warum sind sie Autorin geworden?

Ich habe schon recht früh gemerkt, dass ich mich nie wohlfühle, wenn ich lange an einem Ort war und bin deswegen schon früh auf eigene Faust an die komischsten Orte gereist. Wann immer ich dann zurückkam und Freunden oder der Familie von meinen Erlebnissen auf Reisen erzählte, konnte ich beobachten, wie deren Augen immer größer wurden und ich am Ende von Fragen nur so überrollt wurde. Selten waren meine Reisen ganz »normal«, sie waren und sind bis heute mit Erlebnissen gespickt, die viel zu schade wären, um sie einfach mal schnell in der Bar zu erzählen. Deswegen müssen sie geschrieben werden und zwar so, dass auch noch in ein paar Jahren Menschen sich durch die Seiten meiner Bücher blättern und weiterhin große Augen machen.

Was empfinden Sie als Reisen an lohnenswert?

Es ist vielleicht ein alter Schuh, aber mir geht es auf Reisen um die Menschen, die ich vor Ort treffe. Häufig lerne ich von ihnen mehr, als alles, was mir ein Reiseführer oder Blogeintrag jemals beibringen könnte. Nach jeder Reise komme ich mit neuen Gedanken zurück, mit neuen Ideen und manchmal auch mit neuen Auffassungen, die mir selbst in meinem Alltag unglaublich viel bringen. Reisen mag zwar nicht die Bildung sein, die einem die Schule mitgibt, aber es ist eine Bildung, die sich in jede Pore brennt und von dort niemals wieder verschwindet.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Oh je, da gibt es einige. Nach jeder Reise fühle ich mich in meiner heimischen Küche sehr wohl. Denn dort wird wieder ein Stückchen Heimat auf den Teller gebracht. Unterwegs jedoch sind es meistens Orte, die vielleicht im ersten Moment nicht schön sind, aber unheimlich viel Charakter mitbringen. Das könnte der Plastikstuhl am Strandabschnitt von Freunden auf Bali sein, der Bordstein vor einer Bar in einem eher zwielichtigen Viertel von Hongkong oder aber die Fähre, die tagein tagaus zwischen der asiatischen und europäischen Seite von Istanbul tingelt.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gern teilnehmen?

Ich bin nicht der größte Fan von Reisen, bei denen ich einem Reiseführer folge und bin am liebsten allein unterwegs, um meine Art des Reisens von morgens bis abends durchzuziehen. Wenn es jedoch eine Sache gäbe, die ich mir so oder so nicht allein zutrauen würde, dann wäre es eine Besteigung eines Berges. Die würde mich nämlich nicht nur aus meiner Reisekomfortzone ziehen und mich mal in die Hände eines Leiters werfen, sondern mich an meine körperlichen Grenzen bringen. Ich stelle mir das Gefühl, oben auf dem Gipfel zu stehen und genau diese Herausforderung erfolgreich gemeistert zu haben, als unbeschreiblich vor.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

In einer Stadt an der Grenze zu Afghanistan den Schlachtermännern im Lamm-Restaurant nicht geglaubt zu haben, als sie uns die Rechnung gebracht haben...

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

In den letzten Jahren bin ich sehr viel gereist und habe bemerkt, dass ich zwischendurch vergessen habe, mich für das Reisen zu begeistern. Dabei ist mir aufgefallen, dass man sich selbst weiterhin daran erinnern sollte, wie faszinierend es ist, auf Reisen zu gehen und dass man diese strahlenden Kinderaugen von früher für immer behalten sollte. Für mich selbst habe ich gelernt, dass viele kurze Reisen hintereinander noch nicht einmal ansatzweise so prägend sind, wie ein paar lange Reisen, in denen man richtig eintauchen kann.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Für mich geht es weiterhin an Orte, die bisher missverstanden werden oder von denen ich glaube, dass wir sie falsch verstehen. Ich möchte mit meinen eigenen Augen Orte sehen, die in der Vergangenheit vielleicht eher negativ beleuchtet wurden oder durch Krieg und Armut einfach nicht interessant waren. Und ansonsten werde ich (hoffentlich) weiterhin Freunden, Familie und Lesern ein Stückchen meiner Reisen mit nach Hause bringen – und wenn sie vielleicht doch nur vom Bordstein in Hongkong kommen.

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© istockphoto.com/Luciano Mortula

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