Gudrun Söffker

Gudrun Söffker ist beständig unterwegs. Die herbstliche Ostseeüberquerung auf der legendären GTS Finnjet war zwar nicht der Anfang ihrer Reiserei, aber irgendwie doch. Dieses Unternehmen führte sie nämlich 1992 mitten hinein in den finnischen Alltag, der damals maßgeblich von ertüchtigenden Waldspaziergängen, brotlastigen Mahlzeiten, strengen Schwedischlehrerinnen und dampfenden Saunaabenden geprägt zu sein schien. Dass die finnische Welt noch viele andere Vorzüge hat, entdeckte Gudrun Söffker nach und nach –wenn sie eben mal zum Studieren in Tromsø/Nordnorwegen, Dresden oder Göttingen gewesen war, zum Arbeiten in Museen, Schulen und Reisebussen oder zum Urlauben in Italien, Irland und Estland. Von überall zog es sie zurück zu Freunden, Feiern, Studien- und Arbeitsplätzen quer durch ganz Suomi. Dass Finnland ihr eine zweite Heimat geworden ist, wird immer klarer, je öfter sie in den letzten Jahren mit Menschen über diesen Begriff diskutiert hat, die fürchten, ihre Heimat verloren zu haben. Umso luxuriöser erscheint es ihr, damit so frei umgehen zu dürfen.

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Bei CONBOOK erschienen

Interview

Vollständiger Name: Gudrun Söffker

Geboren: 1979, Göttingen

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Weil ich im gleichen Takt schreibe und denke. Mal überholt der Kopf die Hand, mal umgekehrt, aber sie verlieren sich nie aus dem Blick. Sagt das etwas über mein Arbeitstempo?

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Alles! Besonders die ungeplanten Dinge. Aber auch das überraschende Heimatgefühl irgendwo auf der Welt. Oder darf ich das nicht »Heimat« nennen?

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Gut, dass es den nicht gibt. Aber was wären Reiseführer ohne sie?

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Ich bin Genussreisende. Nicht ohne sportliche Herausforderungen, aber ohne Selbstkasteiung. Deshalb kommt Roald Amundsen als Expeditionsleiter doch nicht infrage, das ist schade. Ob er das auch so sieht?

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Missverständnisse finde ich nicht schlimm. Da kann man ja nachfragen ... Was mich stört, ist Unverständnis, weil da die Fragen fehlen. War ich manchmal zu stumm?

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Ach nein. Das können meine Fettnäpfchenakteure wohl übernehmen. Greta, willst du?

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

In die Zukunft, hoffe ich! Über mich hinaus. Wer kommt mit?

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© istockphoto.com/Alan Tobey

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