Veronika Wengert

Veronika Wengert, M.A., geboren 1974 in Karlsruhe, hat sich ihr Studium der Südslawistik, Russistik und Journalistik zum Beruf gemacht: Für deutschsprachige Medien in Russland recherchierte sie bereits zu ihrer Studienzeit und als Redakteurin der Moskauer Deutschen Zeitung durchstreifte sie die russische Hauptstadt knapp vier Jahre lang – immer auf der Suche nach einer guten Geschichte. Nebenbei absolvierte sie ein Masterstudium »Medien und interkulturelle Kommunikation«.

Schließlich kehrte Veronika Wengert dem hohen Norden den Rücken, um in Kroatien mehr als sechs Jahre lang die bequemsten Hotelbetten und höchsten Eisbecher für ihre Reiseführer ausfindig zu machen. Nun lebt sie mit ihrer Familie, stilecht mit Dirndl und sonntäglichem Biergartenbesuch, in Bayern.

Die Liebe zu Russland lässt Veronika Wengert seit zwei Jahrzehnten jedoch nicht mehr los – und sie fährt immer wieder dorthin. Zum Ankommen gönnt sie sich dann erst mal einen Hering unterm Pelzmantel.

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Bei CONBOOK erschienen

Interview

Vollständiger Name: Veronika Wengert

Geboren: 1974 in Karlsruhe

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Es ist überaus faszinierend, die Vielfältigkeit unserer Welt ganz subjektiv in kurze Sätze zu verpacken, gewissermaßen das Komplexe für jedermann verständlich zu formulieren. Außerdem schreibe ich schon seit Schulzeiten sehr gerne. Das lässt mich nicht mehr los!

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Es macht mir großen Spaß, neue Gegenden, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Und gerade Osteuropa eignet sich hervorragend, Orte zu entdecken, in denen es kaum Touristen gibt und man zu den ersten gehört.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Je nach Befindlichkeit wechseln diese Orte. Zu den faszinierendsten Schauplätzen gehört ohne Zweifel die Moskauer Innenstadt. Oft setze ich mich in ein Taxi und lasse das abendliche Lichtermeer während der Fahrt auf mich einwirken und an mit vorüberziehen. Mein privates Lichterkino ist das gewissermaßen.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

In 80 Tagen um die Welt wäre sicher auch heute noch eine große Herausforderung. Oder die russischen Inseln im Nordpolarmeer, das wäre sicher faszinierend, auch wenn ich Kälte nicht so mag.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Als ich nach jahrelangem Slawistikstudium in Deutschland das erste Mal in Bulgarien zu Besuch war und der Taxifahrer am Flughafen auf meine Frage '»In die Innenstadt?« nur den Kopf schüttelte. Ich war geschockt, dass mir bislang niemand erklärt hatte – auch nicht meine Bulgarisch-Dozenten –, dass ein Kopfschütteln »Ja« und ein Nicken »Nein« bedeutet, es also genau umgekehrt wie in Deutschland ist. Da habe ich gemerkt, dass ich Bulgarien eigentlich nur theoretisch kenne – und das auch nicht wirklich.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Meine Russischlehrerin an der Uni sagte immer, dass es wichtiger sei, beim Wodka-Trinken mit den Russen gut aufzutreten, als die Grammatik perfekt zu beherrschen. Recht hat sie, denn Geschäfte werden dort anders als bei uns geschlossen!

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Oh, mit Osteuropa habe ich noch lange nicht abgeschlossen - dazu gibt es einfach noch viel zu viel zu entdecken, vor allem abseits der herkömmlichen Touristenpfade. Kraotien, mein derzeitiger Wohnort, fesselt mich natürlich auch privat – da ich zweisprachig aufgewachsen bin (deutsch und kroatisch). Daher kommt auch meine Leidenschaft für slawische Sprachen. Ich bleibe dem Osten und Südosteuropa sicher noch eine Weile treu, auch beruflich, da ich als freie Journalistin mit Schwerpunkt Südosteuropa / Ex-Sowjetunion sowie als Übersetzerin für slawische Sprachen tätig bin. Meine Leidenschaft!

Weitere Informationen

Interview mit Veronika Wengert zum "Fettnäpfchenführer Russland" (Stimme Russlands)

Am 28. August 2014 wurde Frau Wengert für die Literaturecke der Morgenshow des Radiosenders "Stimme Russlands" interviewt.

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© istockphoto.com/Mlenny

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