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Hanami: Japan feiert die Kirschblüte

Durch die Corona-Pandemie sind Reisen nach Japan im Moment leider nicht möglich und auch dort gibt es seit Verschiebung der Olympischen Spiele ins nächste Jahr die ersten Ausgangsbeschränkungen. Das Ganze soll uns aber nicht davon abhalten, vom nächsten Kirschblütenfest zu träumen. Unser Autor Axel Schwab hat daher sein Fotoarchiv geöffnet und schreibt über seine Erfahrungen aus Japan. Einige der empfohlenen Orte und spannende Touren abseits ausgetretener Touristenpfade finden sich in seinem Buch Labyrinth Tokio – 30 neue Touren in Japans Hauptstadt.

 

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Wenn im Frühjahr in Japan die Natur erwacht, treffen sich dort die Menschen zum Feiern unter den blühenden Kirschbäumen. In Parks stecken Gruppen ihr Revier frühzeitig mit blauen und grünen Plastikplanen ab. Im Fernsehen berichten Außenreporter täglich über den Verlauf der Blütenöffnung, die mit steigenden Temperaturen langsam voranschreitet.

Für die naturverbundenen Japaner ist die Kirschblüte »Sakura« ein wichtiges Sinnbild für die schnelle Vergänglichkeit des Schönen: Von der ersten Öffnung bis zum Abfallen der Blütenblätter vergehen nur 10–14 Tage. Bei ungünstigen Wetterbedingungen wie Regen oder starkem Wind gibt es in manchen Jahren nur wenige Tage, um das Schauspiel der Natur zu genießen.

Selbst bei Regen treffen sich Freunde, Familien oder Kollegen und rücken unter aufgespannten Regenschirmen zusammen, um gemeinsam zu essen, Alkohol zu trinken und die Blüten anzuschauen.

Diese Zusammenkünfte nennt man in Japan »Hanami« bzw. ehrfürchtiger »O-Hanami«, was übersetzt einfach Blüten betrachten heißt. Historisch überliefert gibt es die Feste des Blütenschauens bereits seit dem 7. Jahrhundert.

Die in Japan verbreitete Kirschbaumart Somei-Yoshino findet sich daher in vielen Parks, auf Spielplätzen und entlang von Flussufern. Diese Kirschbaumsorte entwickelt nur sehr kleine Früchte, die man nicht erntet, sondern den Vögeln überlässt.

Hier sind meine Lieblingsorte in Tokio, um sich die Kirschblüten anzuschauen oder zu feiern:

1. Shinjuku Gyoen

Der Shinjuku Gyoen ist der größte Park in Shinjuku, das Mitbringen von Alkohol ist hier allerdings verboten.

2. Chidorigafuchi

Der Wassergraben Chidorigafuchi unweit von Kaiserpalast und Yasukuni-Schrein bietet mit den vielen kleinen Booten ein tolles Fotomotiv. Wer selbst ein Boot auszuleihen will, muss Geduld mitbringen und anstehen.

3. Ueno-Park

Der Ueno-Park ist im oberen Teil sehr überlaufen, die Bäume entlang des Teichs Shinobazu-no-ike sollte man sich aber auf jeden Fall ansehen.

4. Yoyogi Park

Der Yoyogi-Park ist vor allem bei Jüngeren beliebt.

5. Koishikawa Korakuen

Im Koishikawa Korakuen beim Tokyo Dome gibt es einige sehr schöne Kirschbäume zu bewundern. In diesem Garten ist es allerdings verboten, Party zu machen.

6. Meguro-gawa

Auf beiden Seiten des Meguro-gawa sind Kirschbäume gepflanzt. Bei schönem Wetter drängen sich insbesondere an Wochenenden riesige Menschenmassen durch die schmalen Straßen entlang des Flusses.

Um ein Kirschblütenfest zu feiern, braucht es übrigens keinen großen Park – im Prinzip reichen ein einzelner Kirschbaum, eine Picknickdecke und ein kurzer Einkauf in einem 24h-Laden.

 

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Mehr Geheimtipps von Tokio-Experte Axel Schwab erfahren Sie in Labyrinth Tokio – 30 neue Touren in Japans Hauptstadt.

Alle Bilder der Story: © Axel Schwab


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Der Autor

Axel Schwab

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