Heidrun Igra

Dr. Heidrun Igra, geboren in Jena, kennt Russland seit ihrer Studienzeit in Moskau und Rostov am Don. Eine Schülerreise in die Stadt Leningrad der 70er-Jahre (heute St. Petersburg) weckte ihr Interesse an Russland, seinen Menschen und der russischen Sprache. Aus Interesse und Hobby wurde Beruf und Berufung. Von Breschnew über Gorbatschow bis Putin hat sie den Wandel in Russlands Politik und Wirtschaft aktiv miterlebt.

Als Slawistin und Dozentin an der Universität Freiburg betreut Heidrun Igra heute das Projekt »Wirtschaftskommunikation Russland«. Praktische Erfahrungen deutscher Firmen in Russland möchte sie dabei künftigen und heutigen Managern weitergeben. Sie gibt Seminare für Wirtschaftsrussisch, Interkulturelle Kommunikation und russische Sprachwissenschaft. Außerdem berät sie als Trainerin große und mittelständische Unternehmen bei ihrem Markteintritt nach Russland zu Fragen des interkulturellen Personalmanagements, zu Kommunikations- und Verhandlungsstrategien sowie zu russlandtypischen Geschäftsgepflogenheiten. Zu den Teilnehmern ihrer interkulturellen Trainings zählen nicht nur deutsche Fach- und Führungskräfte, die sich über die russische Geschäftskultur informieren möchten, sondern auch russische Manager, die sich auf die deutsche Mentalität vorbereiten.

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Bei CONBOOK erschienen

Interview

Vollständiger Name: Dr. Heidrun Birgit Igra

Geboren: in Jena

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Das Interesse für russische Geschichte, Mentalität und slawische Verhaltensweisen hat mich seit meiner ersten Russlandreise ein Leben lang begleitet. Das Buchprojekt gibt mir die Möglichkeit, mein Wissen weiterzugeben, zu autorisieren und zu guter Letzt als materielles Produkt in den Händen zu halten.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Ein Gewinn des Reisens ist für mich der Ausbruch aus der bequemen Routine des normalen Alltags. Plötzlich ist alles anders, man fühlt sich frei und unbelastet, überprüft seine Erwartungen und sieht sich in ungewohnte Situationen gestellt. Man muss sich beweisen und stößt zuweilen an Grenzen. Neue Orte und ganz andere Menschen kennenzulernen und sich selbst neu zu justieren – das finde ich lohnenswert.

Reisen bringt mir eine neue Sicht auf die globalisierte Welt und ein stärkeres Interesse an aktueller Politik. Ich war mehrfach in Japan, in Hiroshima und vor der Katastrophe von 2011 in der Gegend um Sendai, nicht weit von Fukushima. Dies hat meine Anteilnahme am Schicksal der Menschen in den Krisenregionen entscheidend verändert.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Für mich ist das ein Ort, an dem das Bein im Meer und das Herz im Himmel baumelt. Ich habe einen solchen und schau auch jedes Jahr kurz vorbei, ob er mir nicht abhanden gekommen ist.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Mit Rucksack und Kanu durch Neuseeland fahren – das wäre mein Traum gewesen! Oder mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Sibirien und zum Baikalsee reisen – das wäre toll.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Anfang der 90er-Jahre gab es in Russland fast nichts zu kaufen. Als Gastgeschenk kam ich mit einem hochwertigen Messerset eines deutschen Herstellers. Meine Freunde waren entzückt und entsetzt zugleich. Denn Messer und Scheren zerschneiden die Freundschaft – als Geschenk ein »No-Go«. Aber es fand sich eine Lösung: Für ein paar Kopeken wurden mir die Messer einfach abgekauft.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Ein Lächeln und ein offenes Herz gegenüber Menschen anderer Kulturen öffnen neue Räume und kommen als Geschenk zurück.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Sicher gibt es noch viele Ziele. Mein großer Wunsch wäre, in die Olympiastadt Sotschi zu fahren. Aber das ist wirklich Zukunftsmusik. Es ist auch schön, nur in Gedanken unterwegs zu sein und allein die Vision des Reisens zu genießen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Dr. Heidrun Igra und ihr Beratungs- und Trainingsangebot im Bereich deutsch-russische Wirtschaftskommunikation.

Mitarbeit bei STIC - Supporting Teams in Change

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