Tania Kibermanis

(© Thomas Müller)

Tania Kibermanis

Tania Kibermanis, geboren 1972, lebt mit ihrem Sohn, einer Bulldogge und einer Dauerkarte für den besten Fußballverein der Welt auf St. Pauli. Nach ihrem Studium der Germanistik, Psychologie und Kunstgeschichte sowie Stationen als Fahrerin für Organtransporte, Theaterschauspielerin und Trickfilmsynchronsprecherin arbeitet sie seit 2004 als freie Autorin. Neues entdeckt sie nicht nur gerne auf Reisen nach Benin, Kamerun und in den Rest der Welt, sondern am liebsten vor der eigenen Haustür. Ihre Porträts, Erzählungen und Kolumnen sind in zahlreichen Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien erschienen, darunter ZEIT, taz, Junge Welt und Brigitte Woman.

Bei CONBOOK veröffentlicht

Hamburg

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Nicht lang schnacken! - ein Heimatbuch

Interview

Vollständiger Name: Tania M. (der ist mir peinlich) Kibermanis

Geboren: 1972, Gießen, Mittel-Hessen

Warum sind Sie Autorin geworden?

Weil ich gerne Geschichten höre & gerne welche erzähle, weil man quasi beruflich sehr abwegige Dinge tun kann, weil ich gerne mit Sprache hantiere, weil ich gerne Begebenheiten konserviere, damit sie nicht verloren gehen, weil man fürs Schreiben nur Zettel & Stift braucht und es überall tun kann.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

Dass man Dinge erlebt, die man sich nicht vorstellen kann, dass man Strapazen & Einschränkungen auf sich nimmt und dabei auch noch glücklich wird, dass die Tage auf Reisen doppelt so lang sind als zu Hause, dass man das trübe, bürokratische Deutschland manchmal wieder schätzen kann.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Der, an dem mich fremde, wohlgesonnene Menschen einen Blick in ihr Leben & ihre Kultur werfen lassen; ein paar Orte, von denen ich glaube, dass sie sonst niemand kennt; überhaupt unter großen, verwachsenen Bäumen & überall dort, wo es mindestens 22 ° hat.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Bizarre Kulte in Afrika erforschen, alles, was mit Ethnologie zu tun hat & wo ich nicht frieren muss.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Dass ein unsicheres Höflichkeitslächeln bei den Baka-Pygmäen in Kamerun eine direkte Eheeinwilligung bedeutet & dass man aus dieser Nummer nicht allein & überhaupt sehr schwer wieder rauskommt.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Wenn man versucht, immer alles zu begreifen, kommt einem vielleicht der Spaß abhanden. Einfach mehr staunen! Und in den wirklich großen Momenten: Finger weg von der Kamera! Sonst entgeht einem das Beste.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Afrika, so viel wie möglich, alles unterhalb der Sahara.