Ein Reisender.

Ein Reisender.

Ein Land voller Gegensätze.

Ein Land voller Gegensätze.

Eine unvergessliche Reise.

Eine unvergessliche Reise.

Ganesha macht die Türe zu

Indien, Sex mit Socken und immer wieder sterben

Von Andreas Brendt

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Reinlesen!

August 2019 (2. Auflage)

Premium-Paperback mit Einbandklappen, 288 Seiten

ISBN: 978-3-95889-244-6

€ 14,95 [D], € 15,40 [A], SFr. 21,90* [CH]

Andi ist zurück und tauscht sein Surfbrett gegen die Erleuchtung

Eine wahre Geschichte und ein göttlicher Streifzug durch das Zauberland der Suchenden

Über 20 Jahre lang ist er um die ganze Welt gereist, um vor den Küsten von Bali bis Mexiko zu surfen und schließlich sesshaft zu werden. Doch als ein neues Jahr einläutet, findet sich Andi in Indien wieder. Auf dem Subkontinent der Suchenden übt er Yoga, Tantra und explosive Atemtechniken und tauscht sein Surfbrett gegen fernöstliche Schnapsideen.

Seine Erkundungen führen ihn von den Esoterikjüngern in Goa zu den Tempeln von Hampi. Und auf seinem Weg zur Pilgerstadt Rishikesh am Fuße des Himalaya erstarrt er vor den brennenden Leichenhaufen Varanasis. Was er in Indien erlebt, wirft ihn aus der Bahn und hilft ihm zu sich selbst: ein Blick, der eine Stunde dauert; ein Orgasmus ohne Berührung; ein Äffchen, das ihn ausraubt; und ein bekiffter Heiliger, der ihn in die Geheimnisse des Hinduismus einweiht.

Inmitten all dieser Action muss sich Andi seinen Dämonen stellen: seiner  Unsicherheit, seiner Einsamkeit, seiner Unzufriedenheit – all jenen Gefühlen, die ein Teil von ihm sind, die ihn anspornen und ihm zu neuen Abenteuern verhelfen. Die vielen Momente, die ihm Indien schenkt, lassen etwas in ihm zurück. Er kommt als anderer Mensch nach Hause.

Vom Autor von »Boarderlines« und »Boarderlines – Fuck You Happiness«

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Leseprobe

ARAMBOL UND DIE VERRÜCKTEN

 
Alles ist schwarz.

Eine tiefe Dunkelheit füllt den Raum. Meine Augen könnten geöffnet sein oder geschlossen, das macht keinen Unterschied. Ich sehe Nichts. Wunderschönes, weites Nichts. Ich treibe, schwebe, bin leicht und schwerelos. Umgeben von Unendlichkeit.

Alles ist still.

Jeder Ton, jede Vibration, jede Bewegung ist verschwunden in den wundersamen Weiten der Finsternis. Frieden, Behaglichkeit, Leere. Ich fühle mich geheimnisvoll geborgen und gleite durch ein Meer aus Dunkelheit. Ohne Aufgabe, ohne Erinnerung, ohne Zeit ...

Aber dann. Plötzlich.

Und.

Ohne.

Vorwarnung!

Ein Vorschlaghammer aus Stahl kracht mit brutaler Wucht auf meine Stirn. Zertrümmert meinen Schädel, vernichtet jede Ruhe und reißt mich mit einem grellen, silbernen Blitz aus der zarten Trance heraus in furchtbaren Schmerz. Ich kauere auf allen Vieren, mein Kopf klebt auf den vergilbten Badezimmerfliesen. Die Atmung scheucht mit kurzen, schnellen Stößen durch meine Brust. Was zur Höll...?

Mit letzter Kraft hebe ich mein Haupt ein paar Zentimeter an. Meine verklebten Augen versuchen etwas zu erkennen und sehen Blut. Mein Blut.

 

Ich stütze den rechten Arm auf, ächze, wische mit dem linken Unterarm über meine Stirn und glotze auf das in den Härchen verschmierte Rot. Scheiße! Unendliche Erschöpfung drückt mich zurück zu Boden, ein Sack aus Blei liegt auf meinen Schultern, ich will einfach liegen bleiben. Zurück in die Dunkelheit.

Erinnerungen blitzen auf, Zusammenhänge, Fragen, Unverständnis. Der Schädelschmerz ist überwältigend. Das kann alles nicht wahr sein. Ich liege irgendwo in Indien auf dem Fußboden, bin mit der Stirn knallhart auf den Fliesenboden gekracht. Habe vielleicht den Kopf gebrochen. Kacke. Meine Kniescheiben pochen, denn die sind zuerst aufgeschlagen, als der Körper zusammengesackt ist, und mein Schädel schreit um Hilfe. Aber hier ist niemand.

 

Eine dicke Kakerlake flitzt die matten Fugen entlang, bleibt stehen, ihre Fühler wackeln, sie krabbelt weiter und verschwindet im Abfluss in der Ecke.

Vor ein paar Stunden stand alles im Zeichen der wunderbaren letzten Nacht des Jahres. Goa-Wahnsinn, Vollmondparty, Elektrosound und Silvesterliebe. Dann wurde es komisch. Elend. Übelkeit drang in meinen Leib, und Böses erwachte. Innerhalb von Minuten wich das Leben aus meinem Körper. Hinsetzen, anlehnen, zusammensacken, die Kehle eng, die Augenlider schwer wie Blei. Mir wurde schlecht. Und schlechter. Also aufrappeln, bevor es zu spät war, bevor der heilige Gral (das Bett) unerreichbar würde. Der Weg zurück nahm kein Ende. Als ich den zitternden Schlüssel ins Schloss bugsiert und die Tür aufgestoßen hatte, hing ich direkt über der Schüssel. Gerade noch rechtzeitig. Um mir nicht nur die Eingeweide, sondern auch den letzten Rest meiner geschwächten Seele aus dem Leib zu reihern.

Dann meldete sich mein Darm. Und wie! Das Brodeln im Magen mutierte urplötzlich zu einem Überdruck, zu einem prall aufgeblasenen Luftballon im gesamten Unterleib, um dann in einer Spritzkacke-Explosion die komplette Schüssel zu verwüsten. Die totale Entleerung. Mein gedemütigter Leib hing reglos auf den Oberschenkeln.

Als ich mich völlig erledigt und zitternd aufrichtete, wurde alles seltsam schwarz.

Und – für eine kleine Unendlichkeit – erlösend schön. Bis es krachte.

 

Ich lege mich auf die Seite, bette den dröhnenden Kopf auf den Oberarm, betrachte die rissigen Fugen zwischen den Fliesen und bin dankbar, dass es vorüber ist.

Ich schließe die Augen. Liegen. Einfach nur liegen. Für immer. Trotzdem will ich nicht blutverschmiert zu Füßen einer dreckigen Toilette verrecken. Ich öffne die Augen, krieche auf allen Vieren zu meinem Bett, ziehe mich hoch, stöhne, verdränge die kurz aufkeimende sinnlose Idee, lebensgefährlich verletzt zu sein, und zwinge mich, obwohl die Wasserflasche zehn Kilo wiegt, zu einer Kopfschmerztablette. Ich sinke mit einem verzweifelten Gedanken auf das Kopfkissen:

Der 1. Januar 2015.

Das Jahr kann nur besser werden.

 

Meine Augen öffnen sich. Ich atme aus, betrachte den Raum. Sonnenstrahlen schimmern in der Luft, ich spüre das Meer in nicht allzu großer Ferne. Auf dem Kopfkissen kleben Blutflecken. Ole schlummert im Bett neben mir, er ist also zurück. Der Schädelschmerz pocht leise vor sich hin, aber kein Brechreiz bahnt sich an. Nicht mal Übelkeit, und das ist wichtig, denn Übelkeit ist das klassische Symptom der Gehirnerschütterung. Ohne ist ein Schädelbasisbruch unwahrscheinlich. Hoffnung. Ich seufze und spreche ein Gebet zum Universum, denn mit etwas Glück ist der gestrige Überfall auf meinen Verdauungstrakt bereits Geschichte. Alles raus. Mit voller Wucht auch die letzten Scheißmikroorganismen aus dem System katapultiert.

Das wäre so schön!

Ich trinke einen Schluck Wasser. Mein Körper ist einverstanden, akzeptiert die rettende Flüssigkeit. Wie wenig es doch braucht. An manchen Tagen reicht es aus, wenn dir nicht kotzübel ist. Dann ist alles tippitoppi und die Welt der reinste Sonnenschein. Ich lese eine halbe Seite in meinem Buch, schlucke noch eine Schmerztablette und schlafe wieder ein.

 

Wir marschieren den kleinen, mit Palmen bewachsenen Hügel hinunter. Meine Beine zittern, schlagen sich aber ganz gut, denn Zucker und Koffein des eben eingenommen Notfallmedikaments stützen mich. Ich kenne kein wirksameres Mittel bei Kreislaufproblemen und Übelkeit, bin keinem Zaubertrank dankbarer. Ein flüssiges Gift, das den halben Planeten verführt und mit dem man Toiletten putzen kann, ist an manchen Tagen ein Geschenk des Himmels, um den angeschlagenen Menschen auf Trab zu bringen. Mein Kandidat für den Medizin-Nobelpreis: Coca-Cola.

 

Nach einer kurzen Weile betreten wir Oles Lieblingsrestaurant, und ich falle auf einen Stuhl an einem Tisch mit Blick auf den himmelblauen Ozean. Keine Wände, alles offen, ein paar Plastiktische unter einem Dach auf vier Säulen. Zarte Brise und Raum zum Atmen.

Einige Hundert Meter weiter das Meer entlang, um den kleinen Hügel herum, beginnt Arambol. Vielleicht der verrückteste Ort im vielleicht verrücktesten Bundesstaat (Goa) des vielleicht verrücktesten Lands (Indien) der Erde. Na gut, ob es wirklich so ist, kann ich nicht wissen. Es wäre aber schön. Und das herauszufinden, mag der Sinn dieser Reise sein. Die Durchschlagskraft der hiesigen Bakterien ist in jedem Fall verrückt. Ein Anfang.

 

»Äppi nu year, mei frrend! Ju enjoiih a gud night party?«, grinst Riski, während er die Speisekarten überreicht.

»Happy new year«, sagt Ole mit rauchiger Stimme und: »Yes, it was wonderful«, weil er sich wie zu Hause fühlt, obwohl er erst seit fünf Tagen hier ist. Immerhin viermal so lange wie ich.

»Woot häppen?«, fragt Riski in meine Richtung.

»I failed.«

Der kleine Kellner nickt. ›I fainted‹ wollte ich sagen, ›failed‹ passt aber genauso gut. Vielleicht sogar noch besser.

»And happy new year«, murmele ich.

»Thank you, mistar«, antwortet er, »I kom back in a no taim«, und wandert in die Küche zurück.

Ich lasse den Blick über das Wasser gleiten, als Riskis Worte wieder auftauchen: ›I come back in no time.‹ Klar, in Indien spricht sogar der Kellner weise Worte und erwähnt die Illusion der Zeit, bevor er davonspaziert, um die Spiegeleier zu wenden.

Ole studiert die Speisekarte und strahlt mehr Glück aus als zwei Lausbuben, die einen Sommer sturmfrei haben. Alles ist richtig, alles ist gut, der Lauf der Dinge auf unserer Seite.

Ein paar Schleierwolken schleppen sich über den Horizont. Mein Kopf wiegt eine Tonne.

Riski kehrt zurück, platziert Servietten, Besteck und eine kleine lila Blume auf unserem Tisch. Ich bestelle Brot, eine Banane und Tee. Riski schaukelt mit dem Kopf. Unfassbar, dass sich nach der demütigenden Dünnschisskotzerei vor ein paar Stunden so etwas wie Appetit einstellt. Bedenkt man allerdings die Intensität, mit der die Körperentleerung vonstattenging, ist es höchste Zeit etwas zu essen, bevor ich mich in Luft auflöse.

 

Wir reden über die letzte Nacht, die Partys am Strand, die nicht richtig in Schwung kommen wollten, und wie uns das Schicksal dann den Jackpot zugespielt hat. Zunächst nicht mehr als ein Ge-rücht. Eine grobe Richtung, eine Ungewissheit – aber ist es nicht da, wo meist das Glück zu finden ist?

Ein kleiner Weg schlängelte sich durch dunkle Bäume, irgendwo Lichter, dann Musik und plötzlich tätowierte Wilde, halbnackte Elfen, die Tanzwütigen voll im Flow. Ein Spektakel aus überschäumender Kraft und zarten Gefühlen, und wir auf einmal mittendrin. Umgeben von verliebten Schatten und durchdrungen von Raketen-Beats, die durch die klare Luft direkt in unsere Eingeweide wummsten. Schwarze Haare flogen durch die Nacht, Arme zum Himmel, Hüften taumelten in ausgefransten Jeanshotpants hin und her. Geschlossene Augen, die in ferne Sphären blickten, mit Mandalas bemalte Haut, schwebende Hände mit grünen, roten, blauen, gelben Fingernägeln, nackte Füße auf gesundem Waldboden. Der Rhythmus rauschte wie unsichtbare Energie in unsere Körper. Pochen, hüpfen, springen, springen, springen. Um uns zuckten Gestalten in ewiger Ekstase, alle in Trance, der Tanz frei und losgelöst. Meine ersten Stunden im gelobten Land.

Wie gut die Menschen waren. Das Zusammensein, die Lebendigkeit, die Musik, die Lichtblitze, die Fackeln und die Feuerstellen. Alkohol, Frieden, Joints, die ganze Suppe aus euphorischen Empfindungen und glücklichen Individuen, die sich an der richtigen Stelle versammelt haben, um gemeinsam zu diesem hemmungslosen Ereignis zu werden. Um das neue Jahr zu feiern. Und die Existenz.

»Ein schönes Fest.«

»Ja, so schön, so besonders. Bis um drei Uhr ...«

»Ich habe noch nach dir geschaut.«

»Als hätte mir jemand den Stecker gezogen.«

»Als du dich auf den Boden gelegt hast, sahst du noch passabel aus. Ich dachte: Jetlag, das wird gleich wieder.«

Tee und Kaffee werden auf einem silbernen Tablett serviert. Riski ist total konzentriert, quasi ›Zen und die Kunst des Tee-Servierens‹, und guckt dabei so süß.

»Ja, fast.« Ich trinke einen Schluck Tee.

»Als ich heute Morgen den Blutfleck in der Toilette entdeckt habe, kamen Fragen auf.«

Ole schmunzelt, hält inne, schaut mich an und ist begeistert:

»Alter, noch keine zwei Tage in Indien, und schon das dritte Auge geöffnet.« Er gießt sich einen Schluck Milch aus dem silbernen Kännchen in den Kaffee.

Das dritte Auge ist das Tor zur Weisheit. Die Blutkruste auf meiner Stirn sitzt haargenau dort, wo der gemeine Inder seinen roten Farbklecks platziert, das Bindi. Damit wird dem Universum Hingabe signalisiert: bereit für die Erleuchtung. Rote Farbe? Lächerlich! Es muss Blut sein. Mindestens.

 

»Lasd night gud ixstatik party?«

Der Rest der Bestellung wird von Shorti geliefert. Er trägt wie Riski ein rotes Hemd und lange Stoffhosen. Sein Oberlippenbart ist stolz, der glänzende Scheitel auf seinem Haupt versprüht ordentliche Gelassenheit. Das Beste an ihm ist dieser nach innen gerichtete Blick. Jedes Mal huscht, eine Sekunde bevor er etwas sagt, ein Schmunzeln über sein Gesicht. Eine freudige Erwartung dessen, was als nächstes geschieht, welche Wirkung seine Worte haben, welche Wendung sich das Leben ausdenkt. Jetzt gerade ist es die Neugierde auf die Ereignisse der letzten Nacht.

»Ooohh.« Seine großen Kulleraugen blicken auf mein drittes Auge. Ole lacht und nickt mit vollem Mund.

Ich winke ab: »I got sick.«

Shorti versteht.

Wir fühlen uns gut aufgehoben bei diesen beiden jungen Indern. Shorti und Riski haben ihre Bestimmung gefunden. Es ist mehr, als hungrige Mäuler zu stopfen und den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. In ihrem Schuppen treffen sie die Menschen aus der Welt. Sie hören Geschichten, begleiten den Besuch in ihrem Land, schließen Freundschaften. Sie wissen, wie sehr wir sie vergöttern, auch wenn sie nicht verstehen, weshalb, und wir das nicht erklären können. Ist aber auch nicht nötig. Es ist, wie sie ihren Laden schmeißen, und das Vergnügen in den freundlichen Gesichtern, diese Zufriedenheit. Es ist das Einverstandensein mit dem, was ist. Vielleicht sind die beiden Heilige. Oder wir sind endlich offen, sind so neugierig, wie man meistens nur auf Reisen ist, dass wir das Besondere erkennen und das Gute sehen – egal mit welchem Auge.

 

Ole erzählt von der Party im Wald, Shorti freut sich, weil sein Land die Menschen begeistert. Dann schlendert er wieder in die Küche. Mein Schädel brummt, der Magen rumort.

»Das wird ein g.u.t.e.s Jahr!«

Ole ist so was von in seiner Mitte, stopft Ei und Schinken in seinen Rachen.

»Es kann nur besser werden.« Für mehr Optimismus fehlt mir die

Kraft.

»Es passiert immer so viel. Und das geht jetzt alles erst richtig los. Alter, wir sind in Indien!«

»Stimmt, vorgestern bin ich noch durch den Schnee in Köln gestapft, gestern Wahnsinnsparty, Spirit total, um im Gegenzug dann Shiva kennenzulernen.«

»Der Gott der Zerstörung, der Bereiter eines jeden Neuanfangs.« Oles Freude über meinen Zusammenbruch tanzt in jeder Zelle.

»Den Jahreswechsel hätte ich auch ohne Magen-Darm-Erlösung hingekriegt.«

»Vielleicht ist so eine Darmreinigung ja gesund.« Ole grinst. »Da brauchst du keinen Einlauf mehr.«

Stimmt, aber noch bin ich nicht überzeugt von meinem Riesenglück.

»Die ganzen Gifte und der alte Dreck sind raus, der abgelagerte

Morast ist entfernt, das System bereit für neue Taten.«

Gesundheitsfördernde Maßnahmen fühlen sich normalerweise anders an. Und: Man wird gefragt. Eine kleine Gemeinheit in meinem Hirn erinnert mich daran, Ole an seine Weisheiten zu erinnern, sollte es ihn erwischen.

»Und vergiss nicht deine magische Trance in der ewigen Dunkelheit.« Ole ist entzückt, der Kreislaufkollaps ein wichtiger Schritt hin zur Erleuchtung.

»Du meinst die Ohnmacht? Das war toll, nach offiziellen Schätzungen aber nur zwei oder drei Sekunden lang. Quasi im Sturzflug.«

»Zeit spielt keine Rolle. Die Intensität der Erfahrung ist das, was zählt.« Genug davon, wir ordern die Rechnung, weil wir um den Hügel herum zum Strand wollen, um das neue Jahr mit einem Sonnenbad zu beginnen. Ich korrigiere, denn wir waren uns einig: um das neue Jahr mit einer Sonnenmeditation zu beginnen. Vermutlich gibt es keinen Unterschied, aber wir sind Spielkinder am Neujahrstag, und das ist schließlich Indien hier.

Während wir auf die Rechnung warten, zückt Ole sein Handy und versinkt darin. »Unfassbar ...«

»Was?«

»... mit der Stirn, einem sechs Millimeter dünnen Knochen, im freien Fall aus 1,70 Metern Höhe auf den Fliesen eingeschlagen – und nicht tot.«

»Gut gemacht, ne?«

»Ich hab’s immer gesagt, wusste aber nicht, dass dir das mal das Leben rettet: Du bist ein Dickkopf.«

 

***

 

- Ende der Leseprobe -

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Andreas Brendt im Interview mit radio NRW

»Ganesha macht die Türe zu«-Autor Andreas Brendt im Gespräch mit Nina Tenhaef von radio NRW.

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Autor
Andreas Brendt

(© AdrianBallosch&wearecity)

Andreas Brendt ist gebürtiger Kölner. Den Dom sieht er aber selten. Vor fast zwanzig Jahren packte ihn das Fernweh und er entdeckte seine große Passion: das Surfen. Seitdem stolpert er durch die Welt, immer auf der Suche nach aufregenden Begegnungen und natürlich den schönsten Wellen. Ganz nebenbei studierte er Volkswirtschaft und Sportwissenschaft, betreute die deutsche Nationalmannschaft der Wellenreiter und hielt Vorträge über Angst und Motivation bei Profifußballvereinen. Heute arbeitet er als Berufsschullehrer und interessiert sich brennend für fernöstliche Philosophie und Alltagsweisheiten.

Das Schreiben ist mittlerweile seine zweite Leidenschaft neben dem Surfen. Dabei ist ihm die größte Inspiration eine stete Neugier und ungebrochene Naivität, die – nach eigener Aussage – seine beste Charaktereigenschaft ist und ihn immer wieder in die absurdesten Situationen gleiten lässt. Trotz aller Euphorie auf dem Rücken gigantischer Wellen ist er auf dem sandigen Boden geblieben – oder zumindest immer wieder auf ihn zurückgekommen.

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